Es musste ja so kommen. Irgendwann musste ich ausloten, was die beiden Mutec-Re-Clocker (siehe Beiträge Teil 1, Teil 2 und Teil 3)) im Verbund mit der externen 10-Mhz-Clock aus gleichem Hause klanglich zu liefern im Stande sind. Die typischen Digitalgerätschaften wie D/A-Wandler, Re-Clocker, Musik-Server, Switches, Streamer, CD-Player etc. arbeiten alle mit internen Taktgebern. Von außen den Takt vorzugeben und diese direkt an die „Leine“ zu nehmen, funktioniert direkt nur bei einer Minderheit. Mutec hält auf der Webseite eine Liste mit aktuell kompatiblen Produkten bereit, die kontinuierlich fortgeschrieben wird.

Natürlich sind die hauseigenen MC3+ USB-Interfaces mit entsprechenden Clock-Eingängen ausgestattet, so dass sich ein hochpräziser Referenztakt von außen zuführen lässt und der interne außen vor bleibt. Davon profitiert die gesamte Digitalkette.
Seit 2017 markierte Mutec mit dem Ref 10 Referenztaktgenerator den Startpunkt für diese Gerätegattung. Ausgestattet mit einem aufwendigen Linear-Doppelnetzteil und insgesamt acht BNC-Ausgängen für die Ausgabe der 10-MHz-Referenztaktsignale, 2 x mit 50 Ohm- oder 6 x 75 Ohm-Terminierung. Letztere sind mit den Mutec-eigenen Komponenten nutzbar.
Dann kam der Ref 10 SE120 mit gleichen Gehäuseabmessungen auf den Markt. Dieser markiert bis heute die Speerspitze der Entwicklung mit einem streng selektierten ofen‑kontrollierten Quartzoszillator (OCXO). Die Konstanz und Jitterfreiheit dieser auf 80 Grad temperierten Bausteine soll unübertroffen sein. OCXO verrichten in allen REFs ihren Dienst. Die „120“ steht bei der Modellbezeichnung für ein Phasenrauschen von ‑120 dB statt -116 dB beim Standard-Generator. Beim Ref 10 SE120 wurden durch die Selektion der OCXO die technischen Parameter auf die Spitze getrieben. Technisch gäbe es sicher noch eine Menge mehr zu der Familie der Taktgeneratoren von Mutec zu sagen, aber das ist anderswo schon recht ausführlich abgehandelt worden.

Daher hier die Kurzform: um die beheizte Clock herum sind Geräte entstanden, die es den angeschlossenen Komponenten ermöglichen, einen hochpräzisen Referenztakt zu nutzen, um das digitale Signal möglichst jitterfrei und mit hoher Flankensteilheit auszugeben.

Damit komme ich zum Mutec REF10 Nano, dem kleinsten, jüngsten und günstigsten Spross der Referenztaktgeneratoren-Familie von Mutec mit vier parallel nutzbare Ausgängen (2 x 50-Ohm/2 x 75-Ohm). Und genau um diesen Taktgeber geht es hier. Nicht nur die Gehäusegröße ist im Vergleich sichtlich geschrumpft, auch die Stromversorgung wurde einem internen, kompakten Schaltnetzteil überlassen. Für Tuning-Willige (wie mich) gibt es einen 15V-DC-Eingang mit einer eher exotischer Lumberg-Buchse zum Anschluss eines externen Netzteils. Damit lässt sich das eingebaute Schaltnetzteil bequem bypassen und durch ein rauscharmes und höherwertiges Linearnetzteil ersetzen. Soviel vorweg: das bringt noch mal mehr Ruhe, Selbstverständlichkeit und eine natürlichere Wiedergabe.

Mir war von Anfang an klar, dass ich letztlich beim Ausbauzustand mit einem externen Netzteil landen würde. Warum also nicht direkt mit dieser Konfiguration starten? Das Kecec P6 Linearnetzteil schien mir ein geeigneter Kandidat zu sein, gibt es zwei Gleichspannungen gleichzeitig aus, die sich unabhängig voneinander schalten lassen. Damit lassen sich in der ersten Zone 5, 7, 9 oder 12 Volt wählen und in der zweiten 12, 15, 19 oder 24 Volt. Damit ist das Kecec deutlich flexibler als die etwas günstigeren Sbooster BOTW P&P-Netzteile, die exakt eine Spannung ausgeben. Bei einem Gerätewechsel wäre dann womöglich immer auch ein neues Netzteil fällig. Mit 2,5 mm Hohlsteckern kann angedockt werden. Zwei DC-Kabel, das obligaroische Netzkabel sowie ein einzelner Lumberg-Stecker (1636 05) liegen dem Gerät bei. Das Netzteil macht in seinem Vollaluminiumgehäuse einen sehr wertigen Eindruck und bekommt somit auch einen Stellplatz im Rack zugewiesen.

Über das DC-Kabel würde ich hier kein Wort verlieren, wenn es nicht einen klanglichen Unterschied machen würde. Es gibt eine breite Auswahl an Optionen, die jedoch in aller Regel keine Konfektion auf die Lumberg-Stecker vorsehen. Mutec hat vorgesorgt und legt jeden Gerät einen passenden Lumberg-Stecker bei. So kann dieser an das Wunschkabel angelötet werden. Der Kecec-Vertrieb in Deutschland, Robert Ross, bietet auch eigene, hochwertige DC-Verbinder. Nach einiger Suche habe ich mich für das Gotham GAC-4/1 11301 UltraPro Star Quad DC-Kabel direkt aus China entschieden. Hier gibt es die Möglichkeit, dieses bereits mit dem Lumberg-Stecker konfektoniert zu bestellen. Das 1,5 m lange Kabel wurde mit einem Oyaide DC-2.5G-Stecker (zum Netzteil) und mit einem Lumberg-Stecker (1636 05, zum Ref 10 Nano) bestückt und konnte nach Lieferung sofort zum Einsatz kommen. Das Gotham-Kabel GAC-4 ist eigentlich ein Mikrofonkabel und entsprechend aufwendig geschirmt. Einstreuungen dürften somit außen vor bleiben.

Zum Fundament bzw. zur Stromversorgung ist damit erstmal alles Wesentliche beschrieben.
Doch wie gelangt das Clock-Signal zu den MC3+ USB-Interfaces? Nach meiner Lernkurve mit den Wireworld-Silberkabeln als 75-Ohm-Digitalverbinder habe ich in Frankreich zwei Wireword Gold Starlight 8 in 0,5 m Länge in BNC-Ausführung erstanden. Nein, die Leiter bestehen nicht aus Gold, sondern aus silber. Die Vorgängerserie 8 (aktuelle Serie ist die 10) erfüllt Ihren zugedachten Zweck vollkommen und war als Vorführer für etwa die Hälfte des Preises zu haben. Zwei Kabel zum Preis von einem sozusagen. Auch hier das gleiche Prinzip wie beim Netzteil: Diese Wireworld-Kabel sind hochwertiger Verbinder und No-Brainer, so dass man diese Variable aus der Gleichung streichen kann – „abgehakt“ sozusagen.
Kommen wir zur entscheidenden Frage: wofür das alles? Was soll der ganze Aufwand? Und was soll an einem sepraten Taktgeber denn bitte besser sein als an in den internen? Zumal bei der internen Variante auch noch Buchsen, Kabelwege und damit Übergangswiderstände wegfallen…
Glückwunsch, dass Sie bis hierhin durchgehalten haben! Es gibt von anderen Rezensenten den Tipp, eher mit einem einzigen MC3+ Re-Clocker und einem Ref 10 zu starten. Ist offenbar die klangliche Verbesserung deutlicher als bei zwei Re-Clockern ohne separate Taktung. Jetzt kann ich endlich selbst nachvollziehen warum. Nein, ich habe die Re-Clocker nicht auf einen reduziert, sondern den Ref 10 Nano mit den beiden MC3+ USB-Interfaces verbunden.
Das spielt jetzt nicht irgendwie ein bisschen anders, die Kombination spielt auf einem komplett anderen Niveau. Interessante, aber eigentlich auch nicht überraschende, Beobachtung: das von mir neu im Fachhandel erworbene Gerät spielte mit jeden Tag noch etwas besser und nach zwei Wochen Dauerbetrieb war der Ref 10 dann richtig „eingefahren“. Ich versuche es mal wie folgt zusammenzufassen: Das auffallendste Merkmal ist für mich und mit meiner Konfiguration die Zunahme an Dreidimensionalität und Bühnentiefe. Aus einer vergleichsweise(!) flachen und komprimierten Tiefenstaffelung wird nun – je nach Aufnahmeraum – ein sehr weit nach hinten reichender Raum mit erfahrbaren Größenverhältnissen. Das Klanggeschehen löst sich noch deutlicher von den Lautsprechern und die Wiedergabe klingt dabei noch natürlicher und im besten Sinne analoger, fließender. In der Disziplin Raumabbildung und Bühnentiefe hatte bislang immer noch mein Accuphase-CD-Player DP-67 die Nase hörbar vorn. Das ist jetzt Vergangenheit und das Streaming-/Roon-Setup mit dem Mac Mini samt UpTone-Netzteil hat diesen „Abstand“ nicht nur wettgemacht, sondern spielt geradezu befreit auf.
Ich kann mich der Empfehlung anderer Rezensenten nur anschließen: statt in einen zweiten Re-Clocker, sollte man zunächst besser in einen externen Taktgeber wie den Ref 10 Nano investieren. Die Positivwirkung ist ganz klar nachvollziehbar und es klingt nicht nur einfach anders. Mit den größeren und deutlich teureren Geschwistern der Ref 10-Familie geht da höchstwahrscheinlich noch mehr – sonst würden diese Ausbaustufen ja keinen Sinn ergeben. Derzeit fällt es mir allerdings schwer, mir vorzustellen, was da klanglich noch besser werden könnte. Die Frage, die ich mir eindenk der klanglichen Verbesserungen nicht wirklich beantworten kann: warum habe ich mir mit diesem Schritt rmehr als sieben Jahre Zeit gelassen? Auf dem Niveau hätte ich gerne schon früher gehört! Diese präzisen Taktgeber sind wirklich nicht zu unterschätzen und können die digitale Kette auf ein deutlich höheres Niveau befördern. In meiner Kombination mit den MC-3+ Smart Clocks kann ich die Ref 10 Nano jedenfalls uneingeschränkt empfehlen.